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Generation Alpha als Azubis
Generation Alpha als Azubis

Generation Alpha als Azubis in der Steuerbranche gewinnen

Die Geburtsjahrgänge 2010–2025 sind die ersten, die von Anfang an in einer mobilen Welt mit KI aufwachsen

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    Die ersten Jahrgänge der so genannten Generation Alpha kommen jetzt in das Alter, in dem sie sich für Ausbildungswege entscheiden. Man mag von der Aufteilung in Generationshäppchen halten, was man will – aber wer junge Menschen einstellen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass jemand ganz andere Anforderungen an Ausbildung und Führung stellt, wenn diese Jugendlichen durch eine Pandemie gegangen sind und mit einem überall vorhandenen Internet aufgewachsen sind.

    Autor:in: Carola Heine

    Veröffentlicht:

    Kategorie: Steuerberater:innen

    Generation Alpha als Azubi: Das sollten Steuerberatende jetzt wissen

    Junge Menschen ab dem Jahrgang 2010 bringen eine ganz andere Art der Lebenserfahrung mit als die Führungskräfte, die jetzt mit ihnen arbeiten wollen. Sie bestimmen zwar nicht die Spielregeln, wie manchmal befürchtet wird. Aber wie jede Generation vorher werden sie es vermutlich zumindest versuchen. Dann ist es hilfreich, wenigstens in den wesentlichen Ansätzen zu verstehen, wie die Generation Alpha „tickt“. Denn sie wird die Fachkräfte von morgen und übermorgen hervorbringen und die werden heiß umkämpft sein.

    Die erste Generation, die im digitalen Raum sozialisiert wurde

    Als die Generation Alpha werden die Jahrgänge ab 2010 bezeichnet, bis ungefähr 2025 (die Meinungen gehen um ein bis drei Jahre auseinander). Es ist die erste Generation, die vollständig im digitalen Raum sozialisiert wurde – mit Smartphones, Tablets, Streaming, KI-Tools und permanentem Zugang zu Information. Sie sind aber keine kompetenten „Digital Natives“ wie viele der ersten Internetgeneration, sondern sie kennen schlicht und ergreifend nichts anderes als die ganze Welt in der Hosentasche. Die meisten „Erkenntnisse“ über diese Altersgruppe basieren auf Beobachtungen und nicht auf Studien:

    Wie bei jedem Generationenklischee ranken sich auch um die Alphas viele Vermutungen, die im Einzelfall aber nicht zutreffen müssen: Die Jugendlichen nutzen Technik mit großer Selbstverständlichkeit, sind deshalb aber nicht automatisch technik-affin und in der Lage, eigene Anwendungen und Websites zu erarbeiten oder Social Media Profile ohne weitere Anleitung aufzubauen.

    Man sagt ihnen eine geringe Frustrationstoleranz nach, wenig Ausdauer und langsameres Arbeiten, weil immerzu sehr viel gefragt wird: Nach dem Sinn, nach Ergebnissen, nach Transparenz und um Feedback.

    Wenn Sie jetzt sagen: Das hört sich fast genau an wie die bekannten ‚Warnungen‘ vor der Gen Z, dann haben Sie Recht. Verzichten aber auch darauf, die Alphas wertschätzend einzeln zu adressieren, denn bei dieser Generation profitieren Sie von Individualisierung – statt die Jugendlichen durch einen Standardprozess zu scheuchen, fragen Sie am besten schon vorher nach der Motivation, dem Umfeld und anderen Interessen.

    Integration der Gen Alpha in eine Ausbildungskanzlei erfordert Umdenken

    Die Herausforderungen im Ausbildungsalltag sind spätestens seit der Pandemie andere als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Die Aufmerksamkeitsspanne und das Lernverhalten sind „digitaler“, die Generation Alpha ist an kurze, visuelle und interaktive Inhalte gewöhnt. Die klassische Wissensvermittlung im Stil von „Setz dich hin und lies das mal durch“ funktioniert deutlich schlechter als multimediale Wege.

    Das heißt auch, dass sehr langsame Prozesse und eine „das haben wir schon immer so gemacht“-Mentalität zu Frust führen und damit irgendwann zu Konflikten oder Ausbildungsabbrüchen, denn eine hohe Frustrationstoleranz bei der Arbeit und generell will erst erworben werden – dazu gab es für diese Altersgruppe bisher wenig Gelegenheit. Das kann man den jungen Menschen nicht vorwerfen.

    Autorität entsteht nicht mehr einfach durch das Innehaben einer Position, sondern durch Kompetenz, Haltung und Kommunikation, denn die Alpha-Generation akzeptiert Hierarchien nicht einfach als gegeben. Sie erwartet sich außerdem kontinuierliche Rückmeldung, Feedback zu allen wesentlichen Abläufen, und zwar so konkret wie ehrlich. Bindung an den Arbeitgeber und Loyalität entstehen nicht automatisch. Wer keinen Sinn sieht oder sich nicht gesehen fühlt, ist schnell wieder weg.

    Was Generation Alpha sich bei einer Bewerbung erwartet

    Wer diese Zielgruppe als Azubis gewinnen will, muss verstehen, dass Ausbildung nicht mehr nur ein notwendiger Weg in den Beruf ist, sondern auch ein Erlebnis und ein Stück persönliche Entwicklung. Die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit ist so wichtig wie Flexibilität und Entwicklungsperspektiven. Kein junger Mensch wird sich zu einer Kanzlei hingezogen fühlen, in der nur das Allernötigste digitalisiert wird, um den neuen gesetzlichen Regelungen zu entsprechen. Wenn Sie fit für die Zukunft sind und einen spannenden, wettbewerbsfähigen Arbeitsplatz bieten können, begeistern Sie Gen Alpha mehr als mit dem Versprechen eines sicheren Jobs.

    Die jungen Menschen wünschen sich Transparenz, klare Kommunikations- und Entwicklungsperspektiven: Sichtbare Lernkurven und Fortschritte. Gerade in der Steuerberatung kann das ein Vorteil sein, wenn Sie vermitteln können: Die Arbeit ist komplex, relevant und bietet echte Entwicklungsmöglichkeiten. Das muss aber aktiv kommuniziert werden, am besten noch an Beispielen erklärt. Die Steuerbranche ist eine der spannendsten und vielfältigsten, Geschichten gibt es in jeder Kanzlei mehr als genug.

    Tipps und Tricks, um Bindung und Motivation der Generation Alpha zu erhöhen

    Motivation entsteht bei Generation Alpha weniger durch äußeren Druck, sondern mehr durch die Dosierung und Verabreichung: Gamification-Elemente machen kleine Fortschritte sichtbar, ein Mix aus Aufgaben ist besser als Monotonie, schnelle Erfolgserlebnisse lassen sich einplanen und am meisten motiviert, wenn klar wird, was das Ergebnis ist und für wen.

    Zum Beispiel, wenn Aufgaben wie Belegbuchung nicht ein großer zu erledigender Block Arbeit sind, sondern in Module oder Mandate aufgeteilt werden, mit klaren Ansprechpartnern und Lernzielen versehen werden und nach jedem Schritt konstruktives Feedback bekommen.

    Die passende Arbeitsumgebung trägt ebenfalls zum Erfolg bei. Moderne Softwarelösunge, mobile Endgeräte, wo sinnvoll und Online-Lernformate ergänzend zur klassischen Ausbildung. Transparent erklärte Prozesse statt „Das haben wir schon immer so gemacht“ und generell offene Kommunikation mit einer guten Fehlerkultur. Wenn unterschiedliche Generationen mit stark voneinander abweichenden Auffassungen zusammenarbeiten sollen, muss ein gemeinsames Verständnis entwickelt werden. All das klappt nur mit Respekt auf allen Seiten und auf Augenhöhe – oft eine ungewohnte Aufgabe, wenn es um Azubis geht. Klare Spielregeln helfen.

    Generation Alpha und die nächsten 15 Jahre

    Für mindestens anderthalb Jahrzehnte werden junge Fachkräfte nun der Generation Alpha entstammen, sie wird den Fachkräftemarkt entscheidend prägen. Viele der typischen Anforderungen dieser Jahrgänge führen letztlich zu besseren Arbeitsbedingungen für alle. Wenn auch kleine Erfolgserlebnisse dokumentiert und belohnt werden, motiviert es jeden Mitarbeitenden. Wenn eine positive Fehlerkultur vorherrscht, profitieren alle von Azubi bis Kanzleileitung. Klare Orientierung ist ebenfalls von allgemeinem Vorteil. Von den Alphas können alle lernen, wie es besser geht als im traditionellen Betrieb.

    Klarere Kommunikation, bessere Prozesse, moderne Tools und echte Entwicklungsmöglichkeiten sind kein Zugeständnis, sondern verbessern die Kanzleikultur und sind damit auch ein Wettbewerbsvorteil. Wer Generation Alpha versteht, hat kein Problem damit, die Fachkräfte von morgen zu finden und zu halten.

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